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Vom Blauwassersegler zum "Tümpelfahrer" - Wir sind zurück!

Typisch niederländische Mühle
Typisch niederländische Mühle



Was ein Kulturschock.



Grün/braunes Wasser, keine Welle, kein Horizont. Die ersten Meilen in Holland verbringen auf geschlossenen Kanälen und Seen. Wie ungewohnt..


Nachdem wir nun für so eine lange Zeit, in den schönsten Kulissen und vor allem mit den entspanntesten Menschen und Kulturen verbracht haben, sind wir nun zurück, im alltäglichen Urlaubsstress.


Nervöse Segler, überholende Boote vor Hafeneinfahrten, Brücken und Schleusen  und das Hauen und Stechen nur darum, Erster zu sein.


In Häfen keine helfenden Hände, stattdessen gaffende Blicke und warten (vielleicht auch hoffen) auf Hafenkino (misslungene Manöver).





Welcome back!




Und wir?



Wir sind nicht im Urlaubsmodus an Bord - Wir leben immer noch mit und auf dem Willy.




Was das bedeutet?



Wir können auch gerne mal eine Schleuse warten, der Willy fährt weiterhin nur mit so viel Geschwindigkeit das wir nicht unnötig Diesel verbraten und andere Segler sind Freunde, denen man gerne hilft und mit denen man auch gerne ein/zwei Worte wechselt.





Und das Resümee?


Deutlich entspanntere Fahrten, Manöver und ganz viel Interesse und tolle Gespräche über unsere Reise.




Ein Jahr Auszeit! 



Kaum zu glauben, aber elf von den zwölf Monaten sind schon um.


Wir haben wieder "heimischen" Boden unter den Füßen!




Und jetzt?


Sehnsucht, Wehmut und Trauer das es schon vorbei ist?.. 


Torschlusspanik, schnell noch mal viel zu erleben und das Bestmögliche aus den letzten vier Wochen rausholen?...


Aufräumen, Aussortieren und schon mal auf neue Ziele vorbereiten und das Alte, altes sein lassen?...





Tatsächlich empfinden wir nichts von alldem sondern nur pures Glück, wieder zusammen zu sein, das Kind wachsen zu spüren und wahnsinnigen Stolz, wenn wir bei Gesprächen mit anderen Seglern ganz viel Staunen und Anerkennung ernten.


Wir erwischen uns häufig dabei, wie wir Erlebnisse der Reise Revue passieren lassen, uns in besonderen Momenten daran zurück erinnern oder auch schon in neuen Ideen für das nächste Mal schwelgen. 


Wir sind unfassbar glücklich gerade noch die letzten Wochen in der Heimat verbringen zu dürfen. 

Nicht nur wegen all den langersehnten Leckereien (auch wenn Frikandel, Corenwijn, Dame Blanche, Softeis mit Nootjes usw. einen großen Anteil haben), sondern vor allem wegen den Menschen, die einen wiedererkennen, "Herzlich Willkommen" heißen und das Gefühl geben"



"Hier bin ich zuhause - 

Hier bin ich richtig."




Hierzu zwei kleine Beispiele:


Als wir gestern in unseren Lieblingshafen "Veere" eingelaufen sind und eine Frau am Steuer, mal wieder sämtliche Touristen an der Kade zum stehen bleiben animierte, hörten wir aus einem Cafe:



"Hallo Erwitter! Veere grüßt Erwitte!"




Dazu sahen wir einen fröhlichen und winkenden Franz Böckler, ein Freund von Svens Familie, welcher natürlich danach auch gerne zu einem Pläuschen bei uns an Bord eingeladen war.


Nur ganz kurze Zeit später (wir wollten nur schnell unsere Wäsche waschen gehen) wurden wir auf dem Weg dahin, schon in ein zweites, super nettes Gespräch verwickelt.


Auf dem Weg zu den Sanitäranlagen sprach uns eine Frau an, ob wir nicht die wären, die letztes Jahr in Colijnsplaat zu einem Jahr segeln aufgebrochen sind?!

Sie hatte von einem Nachbarsteg unsere Abschiedsfeier mitbekommen und ein weiteres tolles Gespräch folgte. 

Im Jachtclub wurden wir natürlich  eben so herzlich, direkt mit einem Getränk und herzlichen Glückwünschen begrüßt. 



Also, allem in allem, ein tolles nach Hause kommen!





Jetzt ist unser Plan für die nächsten Wochen eigentlich ziemlich einfach:


Es gibt keinen!


Wann immer wir Lust haben, segeln wir noch in ein paar weitere Häfen, ehe es Ende Juli zurück nach Colijnsplaat geht. Dort freuen wir uns noch auf eine tolle Urlaubswoche mit der Familie, ehe wir  dann wirklich zurück nach Deutschland müssen. 


Einzig an das Wetter und dieses ständige Manöver fahren,  müssen wir uns nach einem Jahr Sommer und Atlantik noch gewöhnen.




Oder es vielleicht auch nur kurz akeptieren, ehe uns die Reiselust wieder packt?!

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